Mein neuer eBook-Reader »Kobo Glo« – der erste Eindruck

mein neuer eBook-Reader »Kobo Glo« - alle Teile ausgepackt

Der von mir seit meiner Bestellung Mitte September sehnsüchtig erwartete Reader »Kobo Glo« ist endlich eingetroffen.

Seit vergangenem Freitag Nachmittag gehöre ich nun zum Kreis der Kobo-Benutzer.

 

Die Wartezeit an diesem Tag bis zum Eintreffen des Gerätes hatte ich mit etwas gemischten Gefühlen verbracht, denn in verschiedenen Foren habe ich teilweise wahre »Horrorgeschichten« gelesen. So wurde von massiven Software-Fehlern, ständigen Abstürzen und mehr berichtet.

Nachdem ich in den letzten Tagen jedoch derbe Probleme mit meinem PC hatte – SSD-Systemplatte hinüber, 2 RAM-Ports auf dem Mainboard funktionieren nicht mehr – sagte ich mir jedoch, dass mit meinem »Kobo Glo« alles in Ordnung sein würde, da mein Rechner mich ja bereits genug geärgert hat.

 

Freitag, 2. November 2012, 15:26 Uhr

Ist ja klar, wenn man auf etwas wartet, dauert es immer länger als üblich; doch endlich hielt ich das ein wenig feuchte Paket – seit Freitag regnet es bei uns fast durchgehend – in meinen Händen.

Bereits im Vorfeld stand für mich fest, dass ich kein »Unboxing«-Video drehe – irgendwie kann ich nicht nachvollziehen, was so interessant daran ist, Anderen beim Auspacken zuzuschauen. Jedoch habe ich für Euch ein paar erste Fotos geschossen.

Der eReader war in einem ausreichend großen Umkarton bruchsicher verpackt. Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt, ist der Verpackungsinhalt sehr überschaubar – der eBook-Reader, USB-Kabel, Quick-Start-Guide, Garantiebeleg und eine Kobo Niederlassungs-Übersicht.

 

 

Ersteinrichtung

Beim ersten Einschalten des Gerätes zeigte es mir einen Ladestand von gut 60 Prozent an, genug fürs Ausprobieren.

Die Ersteinrichtung habe nicht nicht per WLAN, sondern über die Kobo-Software vorgenommen. Sie war ratz-fatz erledigt.

 

Ein wenig später habe ich auch einmal die WLAN-Funktion getestet – sie funktioniert gut – bis ich das WLAN wieder deaktivierte. Wenn ich den »Kobo Glo« mit unserem Heimnetzwerk neu verbinden will, muss ich das Passwort wieder eingeben, das heißt, es wird nicht gespeichert. Okay, WLAN hat sich für mich damit erledigt, denn unser Kennwort besteht aus 62 Zeichen (Zahlen, großen und kleinen Buchstaben sowie Sonderzeichen). Das gebe ich ganz sicher nicht jedes Mal manuell ein.

Hier besteht in Sachen Software Nachholbedarf, denn es wäre sehr schön, wenn das WLAN-Passwort verschlüsselt auf dem Reader gespeichert würde.

 

 

Haptik

Der »Kobo Glo« fühlt sich für mich sehr gut an. Das Material des Gehäuses ähnelt in Sachen Anfühlen nach meinem Dafürhalten einer Mischung aus ganz feinem Samt und noch feinerer Microfaser – natürlich mit der für ein Gehäuse entsprechenden Festigkeit. Es ist ein warmes und auch weiches Anfühlen und ich empfinde es als sehr angenehm.

Okay, es ist fingerabdruckabfälliger als das Alu-Gehäuse meines »Sony PRS-650«, mit einem Microfasertuch lässt es sich jedoch schnell säubern.

Gleiches gilt für das Display, auf dem man die Abdrücke ebenfalls sieht, schaut man genau hin. Die Obenflächenstruktur erscheint mir etwas rauer als bei anderen Readern, die ich bisher in der Hand gehalten habe.

Größe und Gewicht empfinde ich als optimal – nicht zu groß, nicht zu klein, nicht zu schwer, nicht zu leicht – also perfekt. Blättern ist problemlos mit einer Hand möglich.

Die nicht vorhandenen haptischen Tasten fehlen mir überhaupt nicht, ich habe bereits auf meinem »Sony PRS-650« fast ausschließich die Touch-Funktion genutzt.

 

Aufspielen von Büchern

Im Vorfeld hatte ich gelesen, dass bereits beim »Kobo Touch« ab einer bestimmten Firmware-Version das Einrichten von »Regalen« – bei meinem »Sony PRS-650« heißt es »Sammlungen« – möglich ist. Einige Leute schrieben, es sei sehr umständlich, diese direkt auf dem Reader anzulegen und zu verwalten, man solle das Ganze doch besser über die Freeware Calibre machen.

Ich wäre jedoch nicht ich, hätte ich das Ganze nicht am Kobo selbst ausprobiert.

Regale sind bei mir entweder Autorennamen oder Serien, wie bspw. »Perry Rhodan Neo« oder »Verschiedene Autoren«.

Zuerst habe ich die Bücher auf den Reader geladen. Auf meinem PC sind sie bereits in verschiedenen Ordnern sortiert und genau so habe ich sie überspielt. Die Dateinamen haben die Formate »Titel – Autor« oder »Jahr – Titel – Autor« oder »Serie – Heftnummer – Titel – Autor«.

Die benötigten Regale waren danach auf dem Gerät schnell erstellt. Das Einsortieren der Bücher in die jeweiligen Regale ist total einfach. Ich habe dies über die Suchfunktion erledigt – Suche nach dem entsprechenden Autor oder der Serie, gefundene Bücher entsprechend markiert, gespeichert und schon waren alle in den korrekten Regalen.

Für mich ist die Verwaltung der Bücher und Regale direkt auf dem Reader total einfach.

 

Home-Screen

Der sogenannte »Homescreen« – man kann auch »Startseite« sagen – zeigt im Wesentlichen die 5 zuletzt auf den Reader geladenen eBooks bzw. die 5 Bücher, die man gerade liest. Das jeweils aktuelle erscheint am linken Displayrand jeweils größer als die 4 anderen.

Bücher, die man ausgelesen hat, verschwinden automatisch aus dieser Liste.

Auf die Optionen und anderen Rubriken, die man vom Homesceen aus ansteuern kann, gehe ich in späteren Artikeln ein.

 

Intuitive Bedienung

Zugegeben, der »Kobo Glo« ist nicht mein erster Reader, weiterhin kenne ich durch Testen auch ein paar Geräte anderer Hersteller.

In Sachen intuitiver Handhabung finde ich ihn sehr gut. Im Lesemodus gelange ich durch »Tippen« auf einen vorgegebenen Bereich (die Seitenzahlen am unteren Displayrand) in alle weiteren Optionen. Tippe ich ins eBook, schließen sich die Optionsleisten am oberen und unteren Displayrand.

Ein längeres Antippen eines Wortes zeigt mir die Bedeutung oder im zweisprachigen Wörterbuch die Übersetzung an, ferner kann ich Markierungen und Notizen hinzufügen.

Der ganze Aufbau ist für mich logisch umgesetzt.

 

Anpassbarkeit

Im Vergleich zu meinem »Sony PRS-650« gibt es viele verschiedene Möglichkeiten der Anpassung. Es stehen mir 11 Schriftarten und zig Schriftgrößen zur Verfügung. Ferner kann ich den Zeilenabstand, die Ränder und die Ausrichtung anpassen. Bei der Leseeinstellung habe ich ebenfalls mehrere Möglichkeiten zu Auswahl, ferner kann ich mir die Seitenzahlen zusätzlich zur Angabe am unteren Rand auch noch an der Seite anzeigen lassen – was für mich allerdings wenig sinnvoll ist.

 

Lesen

Auf den ersten Blick habe ich die höhere Auflösung nicht bemerkt, beim Lesen ohne Brille – mache ich trotz Kurzsichtigkeit im Bett immer und es funktioniert gut – ist es mir jedoch aufgefallen. Im Vergleich zu der Standardauflösung von 800 x 600 Pixel ist der Unterschied deutlich sichtbar. Die einzelnen Buchstaben wirken kräftiger und ich sehe keine Ausfransungen an den Rändern.

Das Setzen von Lesezeichen (Eselsohren) ist möglich, jedoch nicht nötig, da sich der Glo immer genau die Stelle merkt, an der man das Gerät entweder in den Ruhemodus versetzt oder ganz ausgeschaltet hat.

Das Blättern erfolgt per Wischer oder mittels Antippen auf der linken bzw. rechten Seite des Displays. Die Seitenwechsel gehen sehr zügig vonstatten.

Ansonsten macht das Lesen auf dem Reader einfach nur Spaß.

 

Beleuchtung

Wie sagte »Jeff Bezos« bei der Vorstellung des »Kindle Paperwhite« doch so schön: Kindle-Paperwhite-User werden die Beleuchtung gar nicht mehr ausschalten wollen, sondern sie Tag und Nacht benutzen.

Die Aussage kann ich nicht nur verstehen, sondern auch sehr gut nachvollziehen. Die Beleuchtung ist einfach klasse und auch sehr gleichmäßig. Bei meinem »Kobo Glo« habe ich die zweitniedrigste Stufe eingestellt und das Lesen macht damit so viel Spaß. Auch in einem völlig dunklen Raum reicht mir diese Stufe absolut aus. Sicher kann man die Helligkeit höher regeln, doch ich finde, das ist nicht erforderlich. Vielleicht werde ich es ab und zu tun, doch sicher nicht ständig.

Vor allem kann ich jetzt ohne umständliche Aufsteck-Zusatzleuchte auch in der Winterzeit problemlos im Bus und auch zu Hause – ohne eine zusätzliche Lampe einschalten zu müssen – im Fernsehsessel (zum Beispiel in den Werbepausen) lesen.

Das Licht ist, wie bereits mehrfach in den Medien gesagt wurde, etwas blaustichig, was zumindest mir nur dann auffällt, wenn ich es höher regele.

 

Macken

Die Software erscheint mir etwas instabil, so kommt es ab und an zu Abstürzen, das heißt, das Gerät startet aus heiterem  Himmel einfach neu. Ein Mal musste ich auch zwecks eines erforderlichen Resets – der Reader hat auf keine Eingabe mehr reagiert – zur Büroklammer greifen. Diesbezüglich besteht seitens Kobo eindeutig Nachbesserungsbedarf.

Teilweise habe ich etwas träge Reaktionszeiten bei verschiedenen Aktionen festgestellt, doch vielleicht gibt sich das mit einem Firmware-Update.

 

Fazit

Wie bei allem ist nicht alles Gold, was glänzt – und der »Kobo Glo« hat auch seine Schattenseiten. Aber er ist ein toller eBook-Reader mit einem glasklaren Schriftbild, umfangreichen Einstellmöglichkeiten und vor allem der tollen zuschaltbaren Beleuchtung.

Wenn nicht etwas ganz Gravierendes passiert, werde ich ihn auf jeden Fall behalten. :-)

 

Nach und nach folgen natürlich noch mehr Berichte über meinen »Kobo Glo«.

 


Artikel zum »später Lesen« markieren:

Bitte teilen, wenn Euch der Artikel gefällt.

Weitere interessante Artikel zum Thema: