eBooks und eBook-Reader oder gedruckte Bücher – weshalb denn immer entweder oder?

Ende des letzten Monats habe ich bei nw-news.de eine – ich interpretiere diesen Artikel so – »Glosse, die zu kontroversen Diskussionen einlädt«, gelesen.

Getreu dem Motto: »Im Zweifel für den Angeklagten« unterstelle ich dem Autor hier eine etwas skurrile Art von Humor und gehe nicht davon aus, dass er das Geschriebene ernst meint.

Leider habe ich keine Genehmigung zum Zitieren einzelner Textstellen erhalten. Wer den Artikel lesen möchte, findet ihn hier.

 

In dieser »Glosse« äußert sich der Autor ausgesprochen negativ über Leser von eBooks und stellt gedruckte Bücher als das einzig Wahre dar. Weiterhin behauptet der Autor, eBook-Leser seien schüchterne Individuen, die ihre Lesevorlieben lieber im Verborgenen genießen wollen.

 

Ironie an:

Natürlich lesen alle eBook-Reader-Fans »Shades of Grey« und ähnliche Bücher heimlich, damit es nur ja niemand erfährt.

Aus diesem Grund gibt es ja auch so viele Communities im Netz, in denen sich eBook-Leser über ihre bevorzugten Genres und Bücher austauschen. Daher erzählen wir eBook-Reader-Fans uns im Bekannten- und Kollegenkreis auch gegenseitig, was wir so lesen.

Übrigens … ich unterhalte mich sogar mit Menschen, die nur gedruckte Bücher lesen.

Ironie aus.

 

Spaß beiseite – ich denke nicht, dass der Autor den Artikel Wort-wörtlich verstanden wissen, sondern zum Nachdenken und Meinungsaustausch anregen möchte.

Für mich ist auch nicht das Medium entscheidend, sondern die Leidenschaft des Lesens an sich.

Natürlich bin ich ein überzeugter eBook-Reader-Fan und mache keinen Hehl daraus. Dies bedeutet jedoch nicht, anderen Menschen abzusprechen, konventionelle Literatur zu genießen oder sie als altmodische Hinterwäldler zu bezeichnen.

 

Äußerlichkeiten und Haptik …

Als ich noch gedruckte Bücher gelesen habe, fand ich bspw. die – für den Autor scheinbar wesentlichen Attribute – wie Papiersorte, den Einband und Ähnliches bereits wenig interessant. Wichtig war für mich fast von Beginn an (mit Ausnahme der Kindheitsjahre) der Inhalt des Buches. Genau das bieten mir eBooks und eBook-Reader – Konzentration auf den Inhalt.

Selbstverständlich ist dies nicht das einzige Kriterium für mich. Flexible Gestaltungsmöglichkeit in Sachen Schriftgröße, Zeilenabstand und Randschnitt sind für mich ebenfalls wichtig. Hinzu kommt die Tatsache, dass ich mit meinem eReader nicht nur ein Buch mit mir führe, sondern mehrere bis viele – je nachdem, welche Anzahl an eBooks ich darauf geladen habe. Davon abgesehen, passt mein Reader in alle Handtaschen, ein dicker Wälzer jedoch nicht; vom Gewicht will ich hier gar nicht reden.

Die Platzfrage spielt bei uns ebenfalls eine Rolle. Unser Wohnzimmerschrank ist mit gedruckten Büchern gut gefüllt. Anbauen ist bei einer Mietwohnung nicht möglich und bewegen möchten wir uns in den Räumen auch können.

Allerdings liegt es mir fern, meine Mitmenschen missionieren zu wollen. »Leben und Leben lassen« ist nicht umsonst einer meiner Leitgedanken.

Wer also Spaß an kostbaren Einbänden, hochwertigen Covern, exquisitem Papier hat und/oder einfach das Gefühl mag, ein gedruckten Buch in den Händen zu halten – bitte gerne – wir Menschen sind schließlich Individuen.

 

Noch einmal zum besagten Artikel … Kontaktanbahnung … gelingt laut den Worten des Autors in diesem Artikel nur mit einem »richtigen Buch«.

An »Dates« habe ich sowieso kein Interesse, ich bin glücklich in festen Händen.

Hingegen werde ich, seitdem ich auf dem Reader lese, wesentlich öfter darauf angesprochen, als zu Zeiten, in denen ich gedruckte Bücher gelesen habe. Wildfremde Menschen treten an mich heran und fragen mich nach diesem Gerät. Und man stelle sich vor – ich antworte sogar. :-)

 


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